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| Buxtorf |
BuxtorfBuxtorf (eigentlich Bockstorp) war der Name einer ursprünglich aus Kamen in Westfalen stammenden Dynastie von reformierten Theologen und Professoren der Hebräischen Sprache in Basel.
Dazu gehörten:
- Johann Buxtorf der Ältere (1588-1631)
- sein Sohn Johann Buxtorf der Jüngere (1623-1687)
- dessen Sohn Johann Jakob Buxtorf (1645-1704)
- dessen Neffe Johann Buxtorf (1663-1732)
- Johann Rudolf Buxtorf (1747-1815) (Urenkel von Johann Buxtorf dem Älteren)
Weblinks
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D20957.html Artikel im Historischen Lexikon der Schweiz]
Kategorie:Familienname
Kamen
Kamen ist eine Stadt im Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Unna. Die Stadt befindet sich im Bereich des Regionalverband Ruhr.
Geographie
Stadtgliederung
Die Stadt Kamen besteht aus folgenden sechs Ortschaften: Heeren-Werve, Methler, Mitte, Rottum, Derne und Südkamen.
Die Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile sind wie folgt:
- Kamen-Mitte: 22.210 EW
- Kamen-Methler 12.025 EW
- Kamen-Heeren-Werve 8.769 EW
- Kamen-Südkamen 4.887 EW
- Kamen-Derne 81 EW
- Kamen-Rottum 105 EW
Kamen-Rottum liegt inmitten des wohl bekanntesten Autobahnkreuzes Deutschlands, des Kamener Kreuzes, wo die BAB1 die BAB2 überquert. In dennoch sehr ruhiger Lage leben im Moment ca. 105 Menschen in Kamen-Rottum, der damit nach Kamen-Derne (ca. 81 Einwohner) der zweitkleinste Stadtteil ist.
So verkehrsgünstig Kamen auch liegt (klar als Vorteil zu verbuchen), einen gewichtigen Nachteil hat die Stadt: wenig Wald. Der Kreis Unna ist bereits der waldärmste Kreis in ganz Nordrhein-Westfalen, zusätzlich aber ist Kamen im großen und waldarmen Kreis Unna auch noch die waldärmste Stadt. Lediglich zwei kleine Waldgebiete, eines im äußersten Westen der Kurler Busch, an der Stadtgrenze zu Dortmund), und ein Waldgebiet im Osten an der Grenze zu Bönen sorgen für Luftaustausch.
Politik
Die Stadtpolitik Kamens ist aufgrund ihrer industriellen Vergangenheit seit Jahrzehnten in den Händen der SPD. Insbesondere die Schulverwaltung hat stets hochrangigen Einfluß in Kamen gehabt: der vorige Bürgermeister Erdmann war Grundschulrektor (übrigens dann nach Änderung des Kommunalgesetzes einer der allerersten hauptamtlichen Bürgermeister in NRW), der aktuelle (Stand: 2005) Bürgermeister Hupe war zuvor Direktor des Gymnasiums.
In Kamen ist auch der Landeswahlkreis des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück.
Wappen
Das Wappen der Stadt Kamen zeigt den märkischen Schachbalken und das Kammrad auf gelbem Grund.
Der Schachbalken ist das Wappen der mittelalterlichen Landesherren der Grafen von der Mark. Das Kammrad ist ein Zusatz für die Stadt Kamen. Die Bedeutung ist umstritten. Es wird in einigen Theorien als Mühlrad gedeutet, andere sehen es als Zeichen der westfälischen Feme oder als germanisches Sonnenrad. Im Jahre 1912 wurde die vom Staat verordnete Wappenform angenommen. Ein unten zugespitzter spanischer Schild mit oben aufgesetzter, dreitürmiger Mauerkrone. Diese Form wurde für die meisten Städte mit mittelalterlicher Tradition verordnet. Die Mauerkrone sollte die Wehrhaftigkeit Deutschlands unterstreichen. In den 90er Jahren führte die Stadt Kamen wieder die historische Form des Wappens ohne die Mauerkrone ein.
Geschichte
Zu Kamens ältester Geschichte
Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung an verschiedenen Stellen im Kamener Stadtgebiet stammen aus dem Neolithikum (Jungsteinzeit, 5.-2. Jahrtausend v. Chr.). In diesem Abschnitt der Vorgeschichte vollzog sich der Übergang vom Wildbeutertum (Jäger und Sammler) zur produzierenden Wirtschaftsform mit Ackerbau und Viehzucht. Aussaat und Ernte nötigten die Menschen, sich in der Nähe ihrer Felder aufzuhalten. Sie mußten somit seßhaft werden und bauten Häuser in kleinen Gemeinschaften. Neben der ausgeprägten Technik, Steinwerkzeuge zu fertigen, war bereits die Herstellung von gebrannten Tongefäßen und das Spinnen und Weben von Textilien verbreitet. Da das Kamener Gebiet in der Nähe der sehr fruchtbaren Soester Börde liegt, ist auch das Ackerland unserer Stadt für den Getreideanbau von Bedeutung. Die Fruchtbarkeit des Bodens macht sich auch in der Größe der Bauernhöfe deutlich.
Daß nicht nur im Rheinland die Römer ansässig waren, beweist der spektakuläre Fund eines großen Römerlagers unweit des Stadtgebietes in Bergkamen-Oberaden. Es war das größte römische Militärlager nördlich der Alpen. Es bestand jedoch nur in den Jahren 11 - 8 v. Chr. Da eine endgültige Unterwerfung dieses Teils Germaniens nicht gelang, zogen sich die Römer nach der Varusschlacht (9 n.Chr.) auf das linksrheinische Gebiet zurück. Eine Vielzahl verschiedener Funde belegen den Alltag der römischen Legionäre in Germanien.
Der Fund des Römerlagers in Oberaden war in erster Linie dem Methlerschen Pfarrer Otto Prein zu verdanken. Auf der Suche nach dem legendären Römerlager „Aliso“ erforschte Prein unter Bezugnahme auf alte Flurnamen, örtliche Sagen, uralte Straßenzügen sowie durch Beobachtungen bestimmter Geländeformationen die heimische Landschaft nach römischen Spuren. Für die Enddeckung dieses Lagers hatte er die entscheidenden Hinweise gegeben. Die nächste bedeutende Entdeckung gelang ihm 1910 in der Gemarkung Westick, im Winkel zwischen den Flüssen Seseke und Körne. Auch hier erregten wieder ältere überlieferte Flurnamen seine Aufmerksamkeit. Ungefähr 4 km südöstlich des Römerlagers in Oberaden stieß er auf die Flurnamen "Am beilaufenden Turm", "In den Böhren" und "Wöhrenwall" und fand dort etliche römische Keramikscherben unweit des Laufs der Körne. Bei der Regulierung der Körne 1921 stieß dann der Bagger auch auf eine Schicht mit zahlreichen tierischen Knochenresten und Gefäßscherben, vermutlich eine frühgeschichtliche "Mülldeponie". In den Jahren 1926/27 begann man unter der Federführung des Gustav-Lübke-Museums in Hamm dort Versuchsgrabungen durchzuführen. Eine unter dem Mutterboden liegende Schicht mit römischen und germanischen Scherben brachten den Hinweis auf eine vor langer Zeit bestandene Siedlung. Doch erst die umfangreichen Grabungen von 1930 bis 1935, die 1936/37 durch Einzeluntersuchungen ergänzt wurden, lieferten den Beleg, daß dort eine germanische Siedlung vom Anfang des 2. bis zum Anfang des 6. Jahrhunderts bestanden hatte.
Bis heute sind etwa 700 römische Münzen des 1. bis 5. Jahrhunderts, weiter eine Vielzahl römischer Tonwaren, Fibeln und andere Gebrauchsgegenstände gefunden worden. Sie deuten auf ausgedehnte Handelsbeziehungen der hier siedelnden Einheimischen mit den Römern hin. Die weiteren Funde geben einen Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse. So fand man neben den verschiedenen Gefäßen, Fibeln, Nadeln, Gürtel- und Möbelbeschlägen, ferner Teile von Pferdegeschirr sowie germanischen Schmuck, Waffen und Geräte, die zum Teil am Ort hergestellt wurden. Dies wird belegt durch Gußtiegel und -formen und Reste einer Buntmetallgießerei sowie Rennfeuerstellen und die dazugehörige Eisenschlacke. Funde, die für den Betrachter relativ unspektakulär sind, aber sehr viel über die Bedeutung und Größe dieser Siedlung aussagen.
Neben reichen Kleinfunden hat die Erforschung des Siedlungsgeländes drei Hausgrundrisse geliefert, die für die historische Hausforschung erhebliche Bedeutung erlangt haben. Das Haus III ist das bedeutendste Ergebnis der Westicker Grabungen. Gefunden in den südlichen Grabungsflächen, von Osten nach Westen ausgerichtet, wurden Umrisse anhand von Pfostenspuren mit einer Länge von 48 m (!) und einer Breite von 7,5 m entdeckt. Es könnte aufgrund seiner Größe und Ausstattung der Sitz eines freien Herren oder Edelings gewesen sein. An dem ältesten (östlichen) Teil, schließt sich ein zweiter jüngerer Gebäudeteil an. Offenbar sind beide Gebäudeteile durch Brand vernichtet und später als zusammenhängendes Gebäude neu errichtet worden. An der Nordseite schließt sich ein 10 m langer laubenartiger Vorbau an. Die Funde lagern im Städt. Gustav-Lübke-Museum Hamm und im Museum Kamen.
Die Deutung des Namens "Kamen" ist bis heute noch nicht ohne Widersprüche gelungen. Ein weiterer Versuch soll an dieser Stelle auch nicht vorgenommen werden. Verwiesen sei dazu auf die einschlägige ortsgeschichtliche Literatur. Das gleiche gilt auch für die Namen der Kamener Stadtteile.
Kamen im Mittelalter
Eine Ansiedlung mit dem Namen Kamen wird um 1050 im Besitztumsverzeichnis (Urbar C) der Abtei Werden genannt, jedoch muß die Pfarrei Kamen schon älter gewesen sein. Ihr frühes kölnisches Severins-Patrozinium sowie Reste einer älteren Vorgängerkirche bekräftigen dies. Der heutige mächtige grüne Sandsteinturm der Pauluskirche stammt noch aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Der schiefe Turmhelm, das Wahrzeichen Kamens, entstand 200 Jahre später. Er ist bewußt gegen die Hauptwindrichtung, also nach Südwesten, geneigt gebaut worden.
Im Laufe des 12. Jahrhunderts ließen sich die Landesherren, die Grafen von Altena, westlich nahe der späteren Pauluskirche eine Burg errichten, wie später auch in Mark bei Hamm. Das Areal der landesherrlichen Burg war mit Wassergraben, Wall und Palisaden umgeben. Die Begrenzung läßt sich noch heute am Verlauf der Straßen Wiemeling, Wimme und des südlichen Teils der Dunklen Straße nachvollziehen. Im Süden bildete die Seseke die Grenze. Der Eingang war von der heutigen Schulstraße aus angelegt.
Da sich die Landesherren seit dem 13. Jahrhundert "von der Mark" nannten, hieß ihr Territorium "Grafschaft Mark". Da die Kölner Erzbischöfe auch Anspruch auf die Landesherrschaft erhoben, hatte Kamen, weil es an einem gut passierbaren Sesekeübergang lag, die Bedeutung einer Grenzfeste gegen den Kölnischen Machtanspruch.
Vielen historisch Interessierten ist der Begriff "Burgmannshöfe" geläufig. Mindestens zehn von diesen Höfen sind für Kamen nachweisbar. Auf dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft Mark gab es wohl keine Stadt, die mehr Burgmannshöfe hatte als unsere Stadt Kamen. So war auch die Bedeutung Kamens im Mittelalter noch so groß, daß Kamen unter den märkischen Städten lange Zeit nach der Hauptstadt Hamm an zweiter Stelle genannt wurde. Die nördlich von Osnabrück gelegene Stadt Quakenbrück ist eine ebenso bedeutende Stadt gewesen, die sich ihrer mittelalterlichen Bedeutung mit Stolz bewußt ist. Sie nennt sich daher heute offiziell "Burgmannsstadt Quakenbrück", obwohl sie nur vier Burgmannshöfe besaß.
Die Burgmannen in Kamen gehörten zu den Ministerialen der Landesherren, das heißt, ihnen unterlag die Hofhaltung sowie die Verwaltung und Verteidigung des Gebietes. Die Burgmannshöfe wurden daher in der Nähe der Stadttore angelegt. Für diese Leistungen erhielten sie ihr Lehen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein behielten die Burgmannshöfe ihre adeligen Freiheiten von allen städtischen Lasten und Abgaben, auch wenn sie schon bürgerliche Besitzer hatten.
Wie die meisten historisch gewachsenen Städte, so entwickelte sich auch Kamen von einem Herrensitz (Burg) ausgehend. Im Laufe der Zeit siedelten sich Handwerker, Kaufleute und andere Untertanen im Schutzbereich der Burg an. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie mit der Versorgung der Landesherren und Burgmannen. Der Name „Bürger“ soll nach dieser Nähe zur landesherrlichen Burg seinen Ursprung haben. Die Landesherren hielten sich nur gelegentlich in Kamen auf. Sie zogen von Residenzort zu Residenzort. Sie hielten in ihren Burgen dann auch Gerichtstage ab. Im Anschluß an diese Gerichtstage wurden zumeist die Kirchweihfeste (Kirmessen) oder Jahrmärkte abgehalten. Kamen hat nachweislich seit über 650 Jahren zwei Jahrmärkte. Einen im Frühjahr und den Severinsmarkt im Oktober. Der Name leitet sich vom ehemaligen Schutzpatron der Severinskirche, der heutigen Pauluskirche ab. Der massive, über 800jährige Turm der Pauluskirche diente im Mittelalter als Wehr- und Fliehturm. Die Kirche mit ihrem alten Vorgängerkirchenschiff lag innerhalb der Befestigungsanlagen der landesherrlichen Burg.
Während der weiteren Entwicklung dehnte sich die Ansiedlung nach Westen, Norden und Osten aus. Im Süden ließ die Seseke keine Ausdehnung mehr zu. Der Ort wurde nach 1243 mit einer Mauer und einem Grabensystem befestigt. Die südliche Begrenzung bildete die Seseke, die man näher an die Mauer heranführte und schon im Mittelalter begradigte. Die Stadtmauer hatte insgesamt sechs Stadttore. Das älteste Stadttor war am Bollwerk, etwa dort wo das heutige AWO-Haus steht. Es hatte auch den Namen Langebrüggentor, da zu ihm wohl ehedem ein Damm aus Holz (Knüppeldamm) führte, der schon zur Römerzeit zum Sesekeübergang geführt haben soll. Das Tor wurde im 17. Jahrhundert geschlossen. In Richtung Süden, also in Richtung Unna, führte das Mühlentor. Es lag an der Bahnhofstraße zwischen Ostenmauer und Klosterstraße. Es hatte, wie alle Stadttore ein kleines vorgelagertes Tor, das man „Homey“ nannte. Danach hat noch heute die Maibrücke ihren Namen. Nach Osten, in Richtung Hamm, zwischen Osten- und Nordenmauer befand sich das Ostentor. Nach Norden führten zwei Stadtore. Das Norden- oder Viehtor an der Nordstraße, das in Richtung Reck-Kamensche-Heide und Werne führte sowie das Kämertor an der Kämerstraße. Das Kämertor hieß noch im 16. Jahrhundert „Bergkämertor“ und hat so im Laufe der Zeit eine irreführende Verkürzung erhalten. Das sechste und letzte Stadttor war das Westentor, das nach Lünen führte.
Stadtmauer und -tore hatten im Ursprung eine vornehmlich schützende Funktion gegenüber feindlichen Angriffen. In zweiter Linie eine fiskalische, also steuerliche Funktion. Nach der Verbreitung und Weiterentwicklung der Feuerwaffentechnik, war eine solche Mauer als Hindernis militärisch kaum noch von Bedeutung. Übrig blieb die steuerliche Seite, das heißt, wer als Händler in die Stadt wollte mußte die Akzise, die Stadtsteuer, entrichten. Erst als am Ende des 18. Jahrhunderts diese Steuer wegfiel, hatten Stadtmauer und -tore keinerlei Bedeutung mehr. Mauer und Tore verfielen und man verwendete die Steine u. a. zum Bau der Häuser und des Turmes der Lutherkirche. Wir können uns glücklich schätzen, daß wir noch einen kleinen Rest der Ostenmauer an der Bohdeschen Besitzung erhalten haben. Sie ist eines der letzten Relikte an Bauwerken aus Kamens bedeutender Vergangenheit im Mittelalter. Die Mauer war, wie alle Steinbauten unserer Region im Mittelalter, mit dem grünen Anröchter Sandstein gebaut worden. Der Pauluskirchenturm und die Margaretenkirche in Methler sind aus dem gleichen Stein errichtet. Wegen seines junges erdgeschichtlichen Alters ist dieser Stein sehr weich und wittert stark aus. Daher mußte das Mauerwerk der Margaretenkirche mit einem Schlemmputz versehen werden.
Nachdem die Bürgersiedlung eine gewisse Größe erreicht hatte, erhielt Kamen in der Mitte des 13. Jahrhunderts vom Landesherrn die Stadtrechte: eine eigene Verfassung, einen Rat für die Selbstverwaltung und ein eigenes Stadtgericht für die niedere Gerichtsbarkeit. Das älteste erhaltene Stadtsiegel stammt aus dem Jahr 1284. In vielen Veröffentlichungen wird leider noch immer das falsche Jahr 1248 angegeben! Der Zahlendreher geht auf einen Druckfehler in einer älteren Veröffentlichung zurück. Der älteste Beleg für die Stadtrechte stammt aus dem Jahr 1346. Darin bestätigt der Landesherr, Graf Adolf IV. v.d. Mark (1327-1347), den Kamenern ihre Stadtrechte, derer sie schon zu den Zeiten seines Urgroßvaters, Graf Engelbert I. v.d. Mark (1247-1277) erfreuten. Solche Bestätigungen sind meist die Regel. Erstverleihungen sind meist nicht schriftlich bestätigt, sondern nach und nach (stillschweigend) gewährt worden.
Wie in den meisten Städten des Mittelalters, so bildete sich auch zur Verteidigung der Stadt Kamen das Schützenwesen heraus. Dies war notwendig, da es noch keine stehenden Heere gab und die wenigen kampffähigen Ritter (Burgmannen) die Stadt allein nicht hätten schützen können. Über die Geschichte der Kamener Schützen im Mittelalter schweigen leider die Quellen.
Das Schützenwesen setzte in den meisten Städten im 13. und 14. Jahrhundert ein. Die Waffen waren zu Beginn Bögen und Armbrüste, später die nun sich schnell verbreitenden Handfeuerwaffen. Man machte häufige Schießübungen, die zumeist einmal im Jahr mit der Prämierung des besten Schützen ihren Höhepunkt fanden. Man schoß auf Zielscheiben, auf Sterne, später auf den "Vogel". Zur Etablierung des Schützenwesens trug wesentlich bei, daß sich mit der Schützengenossenschaft eine kirchliche Bedeutung verband, indem sie zugleich eine Bruderschaft bildete. Der Schutzheilige der Schützen war der hl. Sebastian und so nannten sich in vielen Städten die Schützen St. Sebastiansbrüder.
Das sich auch Kamener an den Kreuzzügen beteiligt haben müssen, belegt die Gründung eines Quarantänehauses für die im Heiligen Land infizierten Leprakranken. Auf der Grenze zwischen den Bauerschaften Rottum und Overberge befand sich das nicht genau zu lokalisierende Kamener Leprosenhaus. Es war bewußt weit ab der Stadt errichtet worden.
Am Ende des Mittelalters hatte die alte Stadt Kamen innerhalb der Ummauerung die relativ große Fläche von ca. 29 ha. Die Einwohnerzahl lag bei etwa 1.500 Personen. Die geographisch günstige Lage Kamens an den wichtigen Nord-Süd-Handelswege und die landesherrliche Förderung verliehen der Stadt eine exponierte Stellung unter den Städten der Grafschaft Mark. Kamen war Mitglied der Hanse, und in vielen Hansestädten an der Ostsee hielten sich Kamener Kaufleute als Händler aber auch als Mitglied des Stadtrates auf. In Stockholm gab es ein „Kamener Viertel“, das nur von Kamener Hansekaufleuten bewohnt wurde. Auch waren einzelne Kamener Bürger Mitglieder des Deutschen Ritterordens im Baltikum. Der Kamener Kaspar Linde (genannt Oemeken) residierte im 15. Jahrhundert als Erzbischof in Riga.
Neben dem Handel war insbesondere das Handwerk von Bedeutung. So gab es mindestens acht Zünfte in der Stadt: Bäcker, Kaufleute, Leineweber, Schmiede, Schuhmacher, Schneider, Wöllner und Zimmerleute. Zu den Hauptausfuhrgütern Kamens gehörten vornehmlich Lederwaren (insbesondere Schuhe) und Leinwand. Der Flachsanbau zur Leinwandherstellung war im fruchtbaren Hellweggebiet besonders lohnend. Die Kamener Schuhmacher gerbten ihr Leder selbst, obwohl es dafür einen eigenen Berufsstand, die Gerber, gab. Die Felle wurden an der Seseke gereinigt und geschruppt (Schrupphagen) und in naheliegenden Gruben gegerbt.
In Kamen existierte auch ein Nonnenkloster (Tertiarerinnen), das 1470 aus zwei Beginenhäusern hervorgegangen war. Im Zuge der Säkularisierung wurde es 1818 aufgelöst. Damit war ein wichtiger Teil der sozialen Vorsorge zerstört worden. Erst später übernahm die öffentliche Hand diese Funktion. Die Reformation erreichte Kamen im Jahr 1554. In Methler und Heeren war dies wenige Jahre später der Fall. Innerhalb der heutigen Grenzen des Stadtgebietes gibt es seit dem Mittelalter drei Kirchspiele: Kamen, Methler und Heeren. Bis 1818 gehörten die drei katholischen Kirchspiele zum Erzbistum Köln, von da ab zu Bistum Paderborn. Seit dem 14. Jahrhundert sind auch Juden in Kamen nachweisbar. Sie gehörten bis 1736 zur Dortmunder Synagogengemeinde. Seit dieser Zeit gab es eine eigene jüdische Gemeinde in Kamen, die ihr Bethaus in der Kämerstraße hatte. Erst 1901 entstand die Synagoge hinter der Bahnhofstraße, die 1938 abgerissen wurde. Der Architekt war Max Lorf, der auch die Dortmunder Synagoge baute. Die Kamener Synagogengemeinde unterhielt bis 1912 eine eigene Elementarschule. Trotz des geringen Anteils an der Gesamtbevölkerung waren die jüdischen Mitbürger sehr stark integriert, hoch angesehen und in den bürgerlichen Vereinen überproportional vertreten.
Die urkundlich älteste Siedlung war Methler. In einer Schenkungsurkunde für das Gereonstift in Köln aus dem Jahre 898 wird der Name Methler erstmals erwähnt und ist damit der älteste Teil Kamens. Die Margaretenkirche in Methler ist eine sehr alte und durch ihre Ausstattung auch besondere Kirche. Ihr Turm stammt - wie der Turm der Pauluskirche in Kamen-Mitte - aus dem 12. Jahrhundert. Das besondere ist aber das Kirchenschiff, das 100 Jahre später errichtet wurde. Es ist im seltenen Übergangsstil der Spätromanik gebaut worden. Das Gebäude ohne Seitenschiffe hat im Innern eine Vielzahl von kunstgeschichtlichen Besonderheiten zu bieten. Angefangen bei den einzigartigen Deckenmalereien aus der Entstehungszeit um 1250, den aus der gleichen Zeit stammenden Skulpturen der hl. Margarete und Johannes des Evangelisten, der Muttergottes aus dem 15. Jahrhundert, der barocken Kanzel und dem Taufbecken. Jeder, der einmal im Innern dieser Kirche war, ist von ihrem Reiz gefangen. Alle Kunstschätze haben die Reformation nach 1560 überlebt und wurden nicht entfernt. Gerade zur Weihnachtszeit ist die Margaretenkirche ein gern besuchter Ort.
Der Name der Kirche leitet sich von der heiligen Margarete ab. Er kommt aus dem Griechischen und bedeutet "die Perle". Nach der Legende soll Margarete im 3. Jahrhundert gelebt haben. Ihr Vater Ägidius, ein heidnischer Priester, verstieß sie, weil sie Christin geworden war. Weil sie die Liebe eines römischen Präfekten nicht erwiderte, kam sie in den Kerker und wurde später enthauptet. Sie ist die Schutzpatronin der Schwangeren.
Die ältesten urkundlichen Erwähnungen der Stadtteile sind: Um 1100 Werve, im Werdener Besitztumsverzeichnis, 1178 wird ein Gerhard von Herne (= Heeren) erstmals genannt, 1220 wird Südkamen in der „Großen“ und „Kleinen Vogteirolle“ des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena erstmals erwähnt, um 1250 erste urkundliche Erwähnung Westicks und 1332 von Rottum.
Vorindustrielles Kamen
Auf die wirtschaftliche Blüte Kamens folgte seit dem Ende des 15. Jahrhunderts eine Zeit des Niedergangs. Sie sollte etwa 400 Jahre andauern. Die Ursachen lagen unter anderem in der Verlagerung der Handelswege von Nord-Süd nach West-Ost, was auch auf den Niedergang der Hanse zurückzuführen ist sowie in der Vergrößerung des Territoriums. Seit 1391 waren die Grafschaften Mark und Kleve in Personalunion vereinigt, spätestens seit 1417 residierten die Landesherren, nun Herzöge von Kleve, nicht mehr in Kamen. Da die Landesherrschaft gesichert war, verlor Kamen an machtpolitischer Bedeutung.
Verstärkt wurde diese negative Entwicklung noch durch häufige Stadtbrände, die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert besonders oft ausbrachen. Das Auftreten von Seuchen, z.B. der Pest, führte zu einem Rückgang der Bevölkerung. Viele Kriege durch zogen das Land. Zu den Verlusten in den Kriegen traten hohe Kontributionszahlungen. Hiervon konnte sich nur ein wirtschaftlich gesundes Gemeinwesen erholen.
Der Markt in Kamen hatte seine Bedeutung für den Fernhandel verloren. Das Handwerk produzierte nur noch für das Umland und den Eigenbedarf in der Stadt. Bis zum Einzug der Industrie blieb Kamen ein relativ unbedeutendes Ackerbürgerstädtchen.
Als 1609 die Grafschaft Mark mit Kamen an die Kurfürsten von Brandenburg, den späteren preußischen Königen, fiel, war kaum noch eine landesherrliche Förderung der Städte der Grafschaft Mark gegeben. Die preußischen Landesherren achteten ihre westlichen Provinzen wenig.
Der Dreißigjährige Krieg machte auch nicht vor der Kamener Region halt. Kontributionen, Einquartierungen und Seuchen belasteten unsere Stadt enorm. Als Folge dieses großen Krieges bildeten sich nun stehende Heere aus, die die Bedeutung des Schützenwesens als Verteidigungseinrichtung der Städte überflüssig machte.
Eine Episode aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verbindet Kamen mit der deutschen Literaturgeschichte. Der bedeutendste Schriftsteller der Barockzeit, Christoffel v. Grimmelshausen, beschreibt in seinem bekannten Schelmenroman „Simplizissimus“ seine Erlebnisse u.a. als „Jäger von Soest“. Während seines Aufenthaltes dort macht er mit seinem Gefährten „Springinsfelt“ viele Streifzüge auch durch die Kamener Region. Im Jahr 1632 meldet beim evangelischen Pfarrer in Kamen ein Soldat Namens Springinsfelt die Geburt seines Sohnes Hans-Jürgen an. Eine genealogische Prüfung ergab, daß es sich hier offenbar um die gleiche Person handelt.
Im Zeitalter des absolutistischen Staates und später des Merkantilismus war ein selbstverwaltetes Gemeinwesen nicht mehr gefragt. So verlor Kamen 1732 einen Teil der städtischen Selbstverwaltung und 1753 die eigene niedere Gerichtsbarkeit.
Ein weiterer typisch mittelalterlicher Aspekt einer Stadt, die gemeinschaftliche Nutzung von Weiden und Wäldern, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehoben. Kamen besaß bis dahin einen relativ großen Gemeinbesitz, die "Reck-Kamensche-Heide", die sich bis Bergkamen-Overberge erstreckte. 1834 kam es zur endgültigen Teilung dieser Allmende; das Gebiet wurde in kleine Parzellen geteilt und an private Eigentümer übertragen.
Im Zuge der Heideteilung beanspruchte auch das Offizierscorps der Junggesellengilde zu Kamen einen Teil der Heidefläche für sich. Gemeint war damit der bei der Bauerschaft Bergkamen gelegene "Schützenplatz" am sogn. Buddenheck. Dem Antrag der Junggesellenkompanie ist entsprochen worden. Das Grundstück von sieben Morgen Größe, ein Teil der früheren Linkampschen Heide, ist 1834 der Stadt Kamen zugeteilt worden, die es dem Kamener Schützenverein überlassen hat.
Der letzte Schritt zur Auflösung der mittelalterlichen Verfassung wurde mit der Aufhebung des Zunftwesens im Jahre 1810 vollzogen. Dies bedeutete auch für Kamen eine weitere Schwächung der Wirtschaftskraft. Die Zünfte besaßen zeitweilig einen großen Einfluß in der Stadt. Die am stärksten vertretenen Handwerker waren bis dahin immer die Leineweber und Schuhmacher gewesen.
Im Jahr 1806 wurde auch Kamen, wie die anderen Städte der Region, durch napoleonische Truppen besetzt. Kamen gehörte dann zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg. Der Kamener Bürgermeister führte nun die Bezeichnung Maire. Der Code Napoleon, das französische Gesetzbuch, das liberaler als die preußischen Gesetze war, wurde eingeführt. Nach sieben Jahren (1813) ging mit den Befreiungskriegen die französische Herrschaft wieder zu Ende und über Kamen herrschten wieder die Preußen.
Die Kamener Schützen konnten sich nach der Besiegung Napoleons wieder organisieren und gründeten im Jahr 1820 den Kamener Schützenverein. Da die Verteidigung der Städte nun in den Händen des Militärs lag, hatten die Schützenvereine eher einen geselligen Charakter. Nun entstanden auch in den Dörfern Schützenvereine, so u.a. auch in Heeren, Südkamen und Methler.
Wegen der hohen Schulden Kamens mußte der relativ große städtische Besitz außerhalb der Stadt, in der Feldmark, verkauft oder verpachtet werden. Zu einer wirtschaftlichen Stärkung Kamens kam es allmählich, als im Jahr 1847 die Strecke der "Köln-Mindener-Eisenbahn" das Stadtgebiet berührte.
Die enormen verkehrstechnischen Veränderungen durch die Eisenbahn werden deutlich, wenn man den Zustand der Güter- und Personenbeförderung vor dem Bahnbau betrachtet. Die Landstraßen, die es gab, waren in einem schlechten Zustand, obwohl seit 1822 der Ausbau zu "Kunststraßen" in Westfalen betrieben wurde. Neben den Fuhrwerken bestand nur die Post als weiteres (öffentliches) Verkehrsmittel. Für die Mehrzahl der Menschen war der Fußmarsch zu entferntliegenden Zielen eine Selbstverständlichkeit. So zogen auch viele Handwerker und Kaufleute mit ihren Waren "per pedes" durch die Lande. Die Fuhrwerke waren extrem von den Witterungs- und damit Straßenverhältnissen abhängig.
Einzige Alternative zu den Straßen waren die Wasserwege. Allerdings waren die meisten Flüsse gar nicht, oder wie Lippe und Ruhr, nur bedingt schiffbar. So fehlte es während der aufkommenden Industrialisierung an einem gelände- und wetterunabhängigen Transportmittel, mit dem Rohstoffe und Produkte über große Entfernungen schnell und kostengünstig befördert werden konnten. So entstand in Wirtschaftskreisen der Plan, eine Eisenbahnlinie vom Rhein zur Weser zu bauen.
Schon Friedrich Harkort hatte in der Zeitschrift "Hermann" 1825 auf die wirtschaftliche Bedeutung dieses Verkehrsmittels hingewiesen. 1843 kam es dann endlich zur Gründung der "Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft", die den Bau durchführen wollte. Der frühe Eisenbahnbau geschah ausschließlich in privatwirtschaftlicher Regie; der Staat beschränkte sich auf die Genehmigungsverfahren. So wurde 1845 durch "Allerhöchste Kabinettsordre" festgelegt, daß die Strecke über Dortmund, Kamen, Hamm, Ahlen, Rheda und Bielefeld nach Minden führen sollte.
Der preußische Staat sah auch dann noch keine Notwendigkeit zum Eisenbahnbau, als von Unternehmerseite auf die militärische Bedeutung (u.a. schnelle Truppentransporte) der Eisenbahn hingewiesen wurde. Tatsächlich kam es 1848/49 zum Transport von Soldaten mit der Bahn gegen die bürgerliche Revolte in Iserlohn. Die Truppen wurden bis Kamen mit dem Zug gefahren und von hier weiter über die Straße geleitet. Friedrich Harkort nannte die Eisenbahn den "Leichenwagen, mit dem der Feudalismus zu Grabe getragen wird."
Im Jahr 1845 begannen in unserer Region die Streckenbauarbeiten. Das "Kreis Hammer Wochenblatt" berichtete damals von einem äußerst rigiden Vorgehen der Bahnarbeiter. Grundstücke und Einfriedungen stellten offenbar kein Hindernis für die Arbeiten dar. 1846 wurde die "Fünf-Bogen-Brücke" bei Kamen gebaut. Da sie das sumpfige Sesekegebiet überquerte, mußten vorher tausende von Eichenstämmen in den Boden getrieben werden. Da diese Brücke bis heute nahezu unverändert blieb, zählt sie zu den ältesten Eisenbahnbrücken Westdeutschlands.
Im Mai 1847 war es dann soweit. Am 2. Mai fuhr der erste Zug durch Kamen nach Hamm; am 15. Mai war die offizielle Bahnhofseinweihung in Kamen und Hamm. Der Kamener Pfarrer Friedrich Proebsting nannte den Kamener Bahnhof bei der Einweihung einen "Hafen an einem der größten Ströme Europas". Er sollte die Bedeutung dieser Bahnlinie nicht überschätzt haben. Im gleichen Jahr befuhren drei Lokomotiven die Strecke. Sie hatten zuvor die Namen "Dortmund", "Hamm" und "Camen". Diese Lokomotiven waren die ersten deutschen, bei „Saxonia“ in Dresden, hergestellten Eisenbahnfahrzeuge.
Im Oktober 1847 wurde die Strecke weiter bis zur Weserstadt Minden freigegeben. Ein Jahr später war eine durchgehende Strecke bis Berlin hergestellt. Nachdem anfänglich nur Personen befördert wurden, begann der Güterverkehr am 1. Juni 1847. Auch der erste D-Zug ist durch Kamen gefahren: Am 1. Mai 1851 brauchte er für die Strecke Berlin-Köln 13 Stunden; ein Jahr später nur noch 11 Stunden. 1858 baute man die Strecke Köln-Minden zweigleisig aus.
Mit dem Bau des Kamener Stationsgebäudes wurde kurz nach der Streckenöffnung begonnen. Es war 1854 fertiggestellt. Es ist im klassizistischen Stil nach einem Musterbuch von Karl-Friedrich Schinkel errichtet worden. Auch das Bahnhofsgebäude gehört damit zu den ältesten Gebäuden der Köln-Mindener-Eisenbahn.
Die Eisenbahn hatte sich in kurzer Zeit zum wichtigsten und kostengünstigsten Güter- und Personentransportmittel entwickelt. Ohne die Eisenbahn wäre die industrielle Entwicklung nicht in diesem Maße möglich gewesen - ohne die industrielle Entwicklung nicht die Eisenbahn. Bevor es Kraftfahrzeuge gab, war die Eisenbahn das wichtigste Verkehrsmittel auf dem Lande.
Die Eisenbahnstrecke brachte eine schnelle Entwicklung der Region links und rechts der Bahn mit sich. Das bekannteste Beispiel ist die Stadt Oberhausen. Vor dem Bahnbau war es nur eine kleine Siedlung an einem Herrengut. Weil dort aus verkehrstechnischen Gründen ein Bahnhof angelegt wurde und sich der Bergbau niederließ, entwickelte sich dort in sehr kurzer Zeit eine bedeutende Industriestadt.
Die Nähe zur Bahn bestimmte auch den Standort der Zeche "Courl". Sie wurde Anfang der 1850er Jahre unweit der Köln-Mindener Eisenbahnstrecke abgeteuft. So waren der Maschinenantransport und der Kohleabtransport ohne Probleme gewährleistet.
Die ersten Bergleute wurden noch in der Region angeworben. Sie wohnten zumeist in ihren eigenen Häusern oder privat zur Miete. Erst als der Arbeitskräftebedarf stark anstieg, wurden Bergleute aus den östlichen Provinzen Preußens angeworben. Für diese Menschen mußte nun auf die Schnelle Wohnraum geschaffen werden. So entstanden in der Zeit zwischen 1874 und 1895 insgesamt acht Sektionen der Bergarbeitersiedlung "Kaiserau" sowie ähnliche Häuser in (Dortmund-)Husen und (Dortmund-)Kurl. Von den ehemaligen Sektionen sind heute noch die Sektion 7 (Germaniastraße) und Sektion 8 (Röntgenstraße) vorhanden. Beispiele dafür, daß man in der späten Phase des Bergarbeiterwohnungsbaus sehr einfach baute.
Anfänglich ging man zum Arbeitsplatz zu Fuß. Später konnten die Bergarbeiter mit der Zechenbahn zu ihrem Arbeitsplatz kommen. Nach dem 2. Weltkrieg nahm man immer mehr die öffentlichen Verkehrsmittel in Anspruch. Die Fahrpreise standen nun auch in einem besseren Verhältnis zum Einkommen.
So entschlossen sich mehrere Bürger aus der Kaiserau, für den fehlenden Haltepunkt an der Eisenbahnlinie selbst zu sorgen. Die Genehmigung bei der Reichsbahn und den anderen Behörden wurde eingeholt, das Baumaterial - z.T. gebrauchtes - selbst beschafft und so ging man ans Werk. Im Mai 1948 konnte der "Haltepunkt Westick-Kaiserau" eingeweiht werden. Man war sehr stolz, auf die in Selbsthilfe erfolgte Verbesserung des öff. Nahverkehrs nicht nur für die Kaiserau, sondern auch für die Gemeinden Methler, Westick und Wasserkurl.
Nach dem Bau der Eisenbahn konnten sich langsam in Kamen industrielle Betriebe ansiedeln. Als erster Betrieb begann 1850 die Papier- und Pappenfabrik Friedrich an der Weststraße, auf dem Gelände des ehemaligen Cappenberger Hofes mit der Produktion. 1854 entstand im Stadtkern die Zigarrenfabrik Möllenhof. 1868 siedelte sich die Buntmetall- und Eisengießerei der Gebrüder Jellinghaus an der heutigen Westicker Straße an. Weitere metallverarbeitende Betriebe kamen hinzu. Durch kommunale Initiative entstanden schon 1857 die Städtische Sparkasse und 1865 das Städtische Gaswerk. Die Städtische Sparkasse war für die bürgerliche Existenzgründung von ausschlaggebender Bedeutung. Erst durch die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen, war eine industrielle Entwicklung gegeben. Das wenige Jahre später gegründete Gaswerk, der Vorläufer der Kamener Stadtwerke, lieferte die notwendige Energie für den Betrieb von Dampfkraftmaschinen und die Beleuchtung.
Die Bevölkerungszahl erreichte 1870 den bescheidenen Stand von etwa 3.700 Einwohnern.
Kamen als Bergarbeiterstadt
Nach dem Einzug des Bergbaus im Jahre 1873 veränderte sich unsere Stadt Kamen erheblich. Bis zu dieser Zeit war die Bebauung nur geringfügig über die mittelalterlichen Stadtbegrenzungen hinausgewachsen. Die meisten Häuser wurden noch bis zur Jahrhundertwende aus Fachwerk errichtet. Erst seit der Jahrhundertmitte entstanden einige wenige profane Steinbauten. Die meisten Häuser am Alten Markt beispielsweise sind noch in der alten Art errichtet, obwohl sie durch ihre Fassade Steinbauten vortäuschen.
Auch in den Stadtteilen Methler und Heeren-Werve trat durch den Einzug des Bergbaus eine enorme strukturelle Veränderung ein. Bis dahin waren diese Dörfer ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Das Handwerk war traditionsgemäß nur in den Städten von Bedeutung gewesen.
In der sogenannten "Gründerzeit" erhielt neben der Wirtschaft auch das Vereinswesen, mit den Schützenvereinen an der Spitze, einen enormen Auftrieb. Jeder alteingesessene Bürger mußte, wenn er etwas auf sich hielt, im Schützenverein oder einem anderen angesehenen bürgerlichen Verein Mitglied sein. Das Schützenfest, inzwischen vor dem Jahrtmarkt das zentrale Fest der Stadt oder des Dorfes, nahm eine enorme Wichtigkeit an. In den meisten Städten oder Dörfern hat es diesen Charakter erst in den letzten Jahrzehnten verloren. Die später angeworbenen Industriearbeiter waren lange Zeit vom bürgerlichen Vereinswesen ausgeschlossen, sie gründeten eigene Vereine. So gibt es in den meisten Städten zwei parallele Vereinstraditionen, die sich zum Teil bis heute erhalten haben.
Die wirtschaftliche Struktur hatte sich zum Nachteil für das Handwerk verändert. Im Bereich der Metall- und Lederverarbeitung kam es zur Verlagerung von der handwerklichen zur industriellen Produktion. Viele Meister und Gesellen waren nun gezwungen in der Industrie Arbeit zu suchen. So entstanden in Kamen nach 1873 mehrere metallverarbeitende Betriebe und drei Schuhfabriken, die erheblich billiger als das Handwerk produzieren konnten. Die handwerksmäßige Leinenweberei war seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die billigere Konkurrenz der Baumwolle und der mechanischen Webstühle fast zum Erliegen gekommen.
Die größte strukturelle Veränderung bewirkte jedoch der Einzug des Bergbaus in Kamen. Auf der 1873 entstandenen Zeche "Monopol" begann 1879 mit dem Schacht "Grillo 1" die Kohleförderung in 400 m Tiefe. 1887 wurde mit dem Abteufen des Schachtes "Grillo 2" begonnen und 1906 mit "Grillo 3" im Süden der damaligen Gemeinde Bergkamen. 1888 begann in Heeren der Bergbau mit dem Schacht "Königsborn 2" die Gemeinde zu verändern. In der Gemarkung der Gemeinden Westick und Methler hatte die seit 1851 tätige Zeche "Courl" acht Sektionen von Bergarbeiterhäusern bauen lassen und damit auch hier eine strukturelle Veränderung eingeleitet. Auch in der weiteren Umgebung Kamens siedelten sich im Laufe der Zeit Zechenbetriebe an. Das Grubenfeld der Zeche Monopol war für lange Zeit das weitaus größte des Ruhrgebietes.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften für den Bergbau war groß geworden. Bald reichte das Arbeitskräftereservoir der Umgebung nicht mehr aus. Die Zechen warben nun Arbeiter aus den östlichen Regionen Europas an. Die angeworbenen Bergarbeiter der Zeche Monopol kamen aus Ober- und Niederschlesien, Österreich, Ungarn, Italien etc. Um 1890 beschäftigte die Kamener Zeche schon fast 1.200 Bergarbeiter. Dadurch erhöhte sich auch die Einwohnerzahl sprunghaft: von ca. 3.700 im Jahre 1870 auf über 10.000 Einwohner 1902.
Der Bau vieler Bergarbeiterwohnungen war notwendig geworden. Zunächst wurden die großen Freiflächen der ehemaligen Burgmannshöfe im Stadtgebiet mit Bergarbeiterkolonien bebaut. Das Königliche Oberbergamt in Dortmund nennt 1899 in Verbindung mit der Zeche "Monopol" folgende Kolonien: Vogelhof, Rungenhof, Schulzhof, Vohwinkel, Lutherheim und Westentor sowie Gut Reck in Lerche (heute Hamm-Lerche). Nach 1900 entstanden auch außerhalb des alten Stadtkerns Bergarbeiterhäuser. In den Gemarkungen der Gemeinden Methler und Westick ließ die Zeche "Courl" im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die acht Sektionen der Kolonie "Kaiserau" errichten.
Neben dem Bau der Gasanstalt wurde auch durch die Stadt die Wasserversorgung, die nun für viele Menschen gesundes Wasser liefern mußte, gewährleistet. Seit 1888 übernahm Kamen von Unna Trinkwasser per Rohrleitung. Zuvor waren über 180 Brunnen im Stadtgebiet für die Wasserversorgung dagewesen. Der letzte erhaltene Brunnen befindet sich noch an der Westenmauer. Erst Ende 1920 wurde Kamen mit elektrischem Strom beliefert. Die Zeche hatte schon 30 Jahre zuvor ihren Strombedarf durch eigene Erzeugung gedeckt.
Im Gefolge der Bergbauentwicklung kamen neben den Bergleuten und ihren Familien noch andere Berufsgruppen in die Städte des Ruhrgebietes, die ebenfalls Wohnraum benötigten. Der Zuzug von Bergarbeitern aus dem Osten führte zu sozialen Problemen mit der alteingesessenen Bevölkerung. Die Kamenser und die Neubürger wohnten im alten Stadtkern sehr nah beieinander.
Durch die Zunahme der Bevölkerung stieg auch der Bedarf nach mehr Schulen. Dies wurde besonders im Elementarschulbereich deutlich. Aus die Kamener Lateinschule des Mittelalters entwickelte sich nach und nach das heutige Gymnasium. An den Kosten für den Bau und die Unterhaltung dieser Schulen mußten sich auch die Zechengesellschaften beteiligen. Seit 1873 gab es auch in Kamen eine Zeitung, der „Volksfreund“, der in Hörde gedruckt wurde. Im Jahr 1883 kam eine zweite Tageszeitung, die „Märkische Zeitung“, nun in Kamen gedruckt, hinzu.
Die Kleinbahn Unna-Kamen-Werne (UKW), die seit 1906 durch Kamen führte, sorgte für die notwendigen Nahverkehrsverbindungen. Zunächst nach Unna und Bergkamen (heute Bergkamen-Mitte), seit 1912 auch nach Werne, wo im gleichen Jahr auch dort der Bergbau begann. Seit 1934 verkehrten nun statt der schienengebundenen Straßenbahnen Omnibusse zwischen Unna und Kamen. Die Zechen untereinander waren mit werkseigenen Zechenbahnen verbunden. Sie beförderten neben Kohle auch die Bergleute zu ihren oft entfernt liegenden Arbeitsplätzen.
Die Veränderungen der Sozialstruktur durch den hohen Anteil der Bergarbeiterfamilien bewirkten zugleich eine Polarisierung der sozialen Gegensätze. Es kam zu zahlreichen Gründungen von Arbeitervereinen und -interessenvertretungen. Die Bergarbeiter fanden insbesondere in der Sozialdemokratie ihre politische Heimat. Schon am ersten Bergarbeiterstreik von 1889 war die Belegschaft der Zeche "Monopol" fast vollständig beteiligt. Der Kamener Bürgermeister sah sich gezwungen zum Schutz der Zeche Militär anzufordern. Zu Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht. Diese politische Ausrichtung der Bergarbeiter erschwerte es den Nationalsozialisten in den Bergarbeiterstädten früh Fuß zu fassen.
In den beiden Weltkriegen mußten die Bergleute verstärkt Kohle fördern, um den enormen Rohstoffbedarf für die Rüstung zu decken. Im letzten Krieg war die Zeche und damit das Stadtgebiet häufiges Angriffsziel der alliierten Bomberverbände. Kamen ist jedoch im Vergleich mit anderen Ruhrgebietsstädten glimpflich davon gekommen. Den stärksten Angriffen dagegen waren die im benachbarten Bergkamen befindlichen Chemischen Werke mit ihren Kohleverflüssigungsanlagen ausgesetzt.
Nach dem Ende des Krieges waren die Zechen die ersten Betriebe, die die Arbeit wieder aufnehmen durften. 1946 kam es im Bergkamener Teil der Zeche "Monopol" (Grimberg 3/4) zu einem schweren Grubenunglück, bei dem über 400 Bergleute, zum Teil auch aus Kamen, ihr Leben verloren.
Im Jahr 1983 wurde die Schachtanlage "Grillo" der Zeche "Monopol" in Kamen nach genau 110 Jahren stillgelegt. Da seit 1976 auch die Schachtanlage "Königsborn 2/5" nicht mehr in Betrieb ist, finden wir im heutigen Kamen keine fördernde Zechenanlage mehr. Die Gelände der ehemaligen Zechen werden nun für moderne Projekte zur Verfügung gestellt.
Das Wappen der Stadt Kamen
http://www.stadt-kamen.de/html/kultur/haus_der_stadtgeschichte/Texte/Wappen.htm -- Tobyz 10:17, 25. Nov 2005 (CET)
Tobyz
Städtepartnerschaften
Kamen unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
#25px Beeskow (Brandenburg)
#25px Ängelholm (Schweden)
#25px Montreuil-Juigné (Frankreich)
#25px Bandirma (Türkei)
#25px Sulęcin (Polen)
#25px Eilat (Israel)
#25px Unkel (Rheinland-Pfalz)
Wirtschaft
Rheinland-Pfalz
Verkehr
Kamen ist für sein stauträchtiges Autobahnkreuz bekannt, das Kamener Kreuz. Hier kreuzen sich die Nord-Süd-Achse A 1 und die West-Ost-Achse A 2.
Zwei Bundesstraßen queren das Stadtgebiet: die B 61 auf der Teilstrecke von Lünen nach Hamm, und die B 233 auf der Teilstrecke von Kamen nach Unna.
Eine der ältesten und meistbefahrenen Eisenbahn-Magistralen führt durch Kamen: die Köln-Mindener Eisenbahn auf der Teilstrecke zwischen Dortmund und Hamm. (Oder, wenn man so will, von Lissabon über Madrid, Bordeaux, Paris, Brüssel, Köln, Dortmund, Kamen nach Hamm, Berlin, Warschau, Moskau nach Peking und Wladiwostok.)
Derzeit halten in beiden Richtungen an Wochentagen drei RegionalExpress-Linien stündlich in Kamen und eine Linie zweistündlich.
Eine SchnellBus-Linie (S80) verbindet Kamen mit Lünen und Unna und eine Reihe von CityBus und RegioBus-Linien mit den Nachbargemeinden.
Die Strecke über Kamen ist lediglich zweigleisig; ein viergleisiger Ausbau ist in Planung, aber von einer Realisierung momentan (2005) weit entfernt. Der Bahnhof Kamen ist ein Baudenkmal aus den Jahren um 1850.
Ansässige Unternehmen
Kamen ist Sitz einiger großer Firmen und Institutionen. Eine der ersten IKEA-Niederlassungen in Deutschland wurde hier schon in den 1970er Jahren eröffnet und zog vor kurzem auf eine große Fläche östlich der Autobahn A 1. Bekannt ist auch die Firma Vahle, Hersteller von Stromzuführungen, unter anderem Zulieferer von Siemens für den Transrapid. Auf dem früheren Gelände der Zeche Monopol ist ein Technologie- und Gründerzentrum angesiedelt. Die "Sportschule Kaiserau" des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen e. V. im Ortsteil Methler ist über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt als Trainingslager für Fußballer und Leichtathleten.
Bildung
In Kamen sind alle Schulformen vertreten. Weiterhin verfügt Kamen über eine Musik- und Volkshochschule. Die Stadtbücherei ist erst vor wenigen Jahren in das frisch renovierte alte Rathaus am Alten Markt gezogen.
Grundschulen
Kamen-Mitte
- Diesterwegschule
- Glückaufschule
- Friedrich-Ebert-Schule
- Josefschule
Kamen-Methler
- Jahnschule
- Eichendorffschule
Kamen-Südkamen
- Südschule
Kamen-Heeren-Werve
- Brüder-Grimm-Schule
- Schule in der Mark
- Käthe-Kollwitz-Schule, Sonderschule für Lernbehinderte
Weiterführende Schulen
- Städtisches Gymnasium
- Gesamtschule
- Fridtjof-Nansen-Realschule
- Städtische Hauptschule
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Volkshochschule
Bauwerke
- Pauluskirche Ursprüngliche Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das Kirchenschiff wurde 1844-1849 neu errichtet. Der "Schiefe Turm" ist das Wahrzeichen von Kamen.
- Kämerplatz 5. Kleines zweigeschossiges Traufenhaus, ursprünglich wohl als Speicher errichtet. Vermutlich zwischen 1550 und 1600 entstanden. Scheunenanbau von 1865.
- Margaretenkirche Methler Spätromanische Hallenkirche aus dem 12. Jahrhundert mit besonderen Deckenmalereien im Altarbereich.
- Rollmannsbrunnen Heeren frühindustrielle Solequelle, 1844 abgeteuft für die benachbarte Saline Königsborn, Maschinenhaus ist noch vorhanden.
- "Fünf-Bogen-Brücke" , 1846 für die Köln-Mindener Eisenbahn auf tausenden Eichenpfählen im Flußbett der Seseke errichtet und noch im Originalzustand, gehört zu den ältesten noch erhaltenen Eisenbahnbauwerken Deutschlands.
- Bahnhofsgebäude , 1848 nach einem Musterentwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtet, befindet sich im restaurierten Originalzustand und gehört auch zu den ältesten noch erhaltenen Eisenbahnbauwerken Deutschlands.
- Schloß Heeren , frühbarockes Wasserschloß, 1606 errichtet, im Besitz der Familie von Plettenberg, Besichtung nicht möglich.
Regelmäßige Veranstaltungen
Vor Beginn der Sommerferien des Landes NRW gibt es das mehrtägige Altstadtfest. Am Ende der Ferien gibt es das eintägige Brunnenfest. Im Bereich der Oster- bzw. Herbstferien gibt es die mehrtägige "Severinsmarkt"-Kirmes mit Feuerwerk zum Abschluss. Im Stadtteil Methler findet im Spätsommer die "Pflaumenkirmes" statt. Das Drachenfestival "KITE" findet jährlich im Mai auf dem Segelfluggelände in Kamen-Heeren statt und endet traditionell mit einem großen Feuerwerk.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1924, 23. November, Werner Berg, † 8. Januar 2002 in Kamen, Kamener Altbürgermeister
Söhne und Töchter der Stadt
- 1564, 15. Dezember, Johann Buxtorf der Ältere, † 13. September 1629 in Basel, reformierter Theologe
- 1586, Anton Praetorius, Theologe, Rektor der Lateinschule in Kamen.
- 1856, 3. September, Ernst Marcus, Richter u. Philosoph (Essener "Krupp der Logik")
- 1908, 19. Juni, Alfred Gleisner, † 15. Februar 1991 in Unna, deutscher Politiker (SPD), MdB, MdL (Nordrhein-Westfalen)
- 1927, 27. Januar, Diether Ritzert, Maler und Graphiker
- 1949, 15. Juli, Heinrich Peuckmann, Schriftsteller
- 1949, 5. Januar, Gerd Puls, Schriftsteller und Maler
- 1977, 24. September, Frank Fahrenhorst, Fußballnationalspieler
Literatur
- Westfälischer Städteatlas; Band: I; 10 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Kamen, Autor: Heinz Stoob. ISBN: 3-89115-337-6; Dortmund-Altenbeken, 1975.
Sonstiges
Trotz der geringen Einwohnerzahl unterhält Kamen-Rottum eine eigene Feuerwache, welche in den Brandschutzbedarfsplan der Stadt Kamen integriert ist. Zusammen mit der Feuerwehr Heeren-Werve bildet sie den Löschzug III der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kamen.
Weblinks
- [http://www.stadt-kamen.de/ Website der Stadt Kamen]
- [http://www.kamen-web.de/ Private Kamen Website]
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Ruhrgebiet
Reformierte KircheDie Reformierte Kirche (Reformierter Bund, gelegentlich auch Evangelisch-Reformierte Kirche) ist eine vor allem auf das reformatorische Wirken von Huldrych Zwingli in Zürich und Johannes Calvin in Genf zurück gehende Kirche.
1522: Fastenbrechen als "Urdatum"
"Urdatum" ist das Wurstessen bei dem Züricher Bürger Christoph Froschauer, einem Druckereibesitzer, an Invokavit 1522 (9. März), also dem ersten Sonntag der vorösterlichen Fastenzeit. Zwingli soll an dem Wurstessen zwar nicht teilgenommen haben, aber anwesend gewesen sein. Als Priester verteidigte er den Fastenbruch: Das Fastengebot sei ein menschliches Gesetz und deshalb nicht unbedingt gültig. Nur göttlichen Gesetzen müsse der Mensch unbedingten Gehorsam leisten. Die göttlichen Gesetze aber findet Zwingli in der Bibel (zum Ganzen vgl. den folgenden Link [http://www.zwingli.ch/a-z/wurst.htm]).
:Die Invokavit-Woche 1522 stellt zugleich auch für die lutherische Reformation ein wichtiges Datum dar. Luther hielt in dieser Woche seine berühmt gewordenen "Invokavitpredigten", in denen er sich mit Bildersturm und radikalen Wendungen der Reformation in Wittenberg auseinandersetzte.
1529: Marburger Religionsgespräche
Ein Zusammenschluss mit dem lutherischen Zweig der Reformation gelang nicht, vor allem weil in der Abendmahlsfrage keine Einigung erzielt werden konnte (Marburger Religionsgespräch 1529 zwischen Luther und Zwingli). Luther hielt an der wirklichen Gegenwart (Realpräsenz) von Leib und Blut Christi in den Gestalten des Mahls fest.
1563: Heidelberger Katechismus
Das wichtigste reformierte Dokument des 16. Jahrhunderts in Deutschland stellt der Heidelberger Katechismus dar. Zugleich dokumentiert dieser Katechismus die innerreformierte Spaltung: Während sich im Gefolge von Zwinglis Theologie in Zürich, Bern, Basel und anderen Orten eine sehr enge Verzahnung von politischer und geistlicher Führung herausbildete, arbeitete Calvin in seiner Institutio eine biblisch begründete Kirchenordnung heraus, die die Ämter von Presbyter und Pfarrer als Gemeindeleitung sowie daneben die Ämter des Diakons und des Lehrers kennt; zudem wird die Kirchenzucht betont, die den Presbytern obliegt ([http://www.ubf-net.de/heidelberg/hdkat/hdkat2f.htm#82 Heidelberger Katechismus Frage 82-85]; bedeutende Folgen bei Paul Schneider).
Ausbreitung
Während sich in den deutschen und niederländischen Gebieten die Genfer Richtung durchsetzte, war Bullinger mit seinen Bemühungen in England mehr Erfolg beschieden. - Das Waadtland nahm eine Zwischenstellung ein. Die Reformation in diesem Berner Untertanengebiet wurde von Bern und Zürich her angestoßen; später geriet es aber - als vor allem französischsprachiges Territiorium - unter starken Genfer Einfluss. So behielt es zwar im Wesentlichen die zwinglische Theologie bei, führte aber unter Genfer Druck das calvinische Kirchenmodell ein.
Reformierte Kirchen und Gemeinden sind heute außer in der Schweiz vor allem in den Niederlanden und in Schottland verbreitet, in Deutschland auf dem Hunsrück, am Niederrhein, im Bergischen Land wie z.B. in Wuppertal, im Siegerland, in Nordwestdeutschland (vor allem Grafschaft Bentheim und Ostfriesland), im Ravensberger Land, an der Plesse, in Bayern (siehe Evangelisch-reformierte Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland) und in Lippe (siehe Lippische Landeskirche). Ihr äußeres Charakteristikum ist in vielen Fällen die Sparsamkeit der Kirchenausstattung, liturgisch fällt die Vorrangstellung des Wortes auf; so kannte der Gottesdienst in Zürich zur Zeit Zwinglis keine Gesänge, Calvin führte den Psalmengesang ein, was zum weit verbreiteten "Genfer Psalter", einer Sammlung von Nachdichtungen der biblischen Psalmen, führte.
In Sachsen wurde 1601 der ehemalige Kanzler Nikolaus Krell als des Kryptokalvinismus Beschuldigter auf Betreiben der sächsischen Kurfürstin-Witwe Sophie von Brandenburg hingerichtet. Sein Ziel war eine europäische Union aller Protestanten und die Beendigung des Bruderkrieges zwischen den beiden Kirchen der Reformation, der "lutherischen" und der "reformierten" Kirche.
Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Deutschland (Preußen) – dessen Herrscherhaus, die Hohenzollern, reformierten und dessen Bevölkerungsmehrheit lutherischen Glaubens war – und anderen Teilen der Welt zahlreiche Kirchenunionen unter Beteiligung reformierter Kirchen und Gemeinden. In der Leuenberger Konkordie von 1973 wird erklärt, dass und inwiefern der innerprotestantische Dissens in der Abendmahlslehre nicht mehr kirchentrennend sei.
Zu den reformierte Kirchen gehören auch Presbyterianer und Kongregationalisten.
Besonders bedeutende reformierte Theologen des 16. Jahrhunderts waren:
Zürcher Richtung:
- Ulrich Zwingli
- Heinrich Bullinger
Genfer Richtung:
- Johannes Calvin
- Theodor Beza
- Guillaume Farel (auch: Wilhelm Farel)
Schottland:
- John Knox
Lehre
der Mensch ist von Natur aus ein Sünder und kann nur durch Jesus Christus errettet werden.
Man soll eigenes Glück nicht völlig vor Gott stellen.
Nur die Heilige Schrift und der Katechismus sind als Gottes Wort zu verstehen.
Alles was nicht in der Bibel steht ist nicht Gottes Wort.
Weblinks
Internationale Seiten
- [http://www.warc.ch/de/index.html Reformierter Weltbund]
- [http://www.reformiert-online.net Reformiertes Internetportal für den deutschsprachigen Raum]
- [http://www.reformed.org was "reformiert historisch wirklich bedeutet]
- [http://www.berg-giessen.de ausgezeichnete reformierte Theologie]
Deutschland
- [http://www.reformierter-bund.de Reformierter Bund (Deutschland)]
- [http://www.altreformiert.de Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen]
- [http://www.reformiert.de Evangelisch-reformierte Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland)]
- [http://www.lippische-landeskirche.de Lippische Landeskirche]
- [http://www.berg-giessen.de Bekennende Evangelisch-reformierte Gemeinde Giessen]
Österreich
- [http://www.reformiertekirche.at Evangelische Kirche H.B. in Österreich]
- [http://www.reformed.org Was "reformiert" wirklich bedeuted]
Schweiz
- [http://www.ref.ch Evangelisch-reformierte Kirchen der Schweiz]
- [http://www.sek-feps.ch Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund]
!
Basel
Basel (franz. Bâle, ital. Basilea) ist eine Stadt in der Schweiz am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich. Sie bildet zusammen mit den Gemeinden Riehen und Bettingen den Halbkanton Basel-Stadt. Basel wird unterteilt in Kleinbasel auf der rechten und Grossbasel mit dem Münsterhügel auf der linken Rheinseite. In die Stadt eingegliedert ist das frühere Fischerdorf Kleinhüningen.
Das eigentliche Zentrum Basels ist die Altstadt in Grossbasel rund um den Marktplatz und das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Mit ihren engen Strassen und Gassen lädt die Altstadt auf beiden Seiten der Mittleren Rheinbrücke zum Flanieren ein. In die vom Autoverkehr befreite Innenstadt gelangen die Besucher mit dem Tram.
Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrösste Stadt der Schweiz und Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Sie bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit einem der grössten Rangierbahnhöfe Europas im benachbarten Muttenz. Mit den Frachthäfen der Region Basel, den einzigen der Schweiz, besteht über den Rhein eine Verbindung zur Nordsee. Der Flughafen Basel Mulhouse Freiburg wird gemeinsam mit den französischen Nachbarn betrieben. Er liegt auf französischem Territorium, ist jedoch durch eine exterritoriale Strasse von der Schweiz aus erreichbar. Innerhalb des Flughafen-Areals verläuft daher eine Zollgrenze.
Basel wird manchmal als deutschsprachiger Teil der Romandie bezeichnet. Wie diese ist Basel eher liberal und europafreundlich, währenddessen der Rest der Deutschschweiz eher konservativ und europakritisch eingestellt ist. Entsprechend auch das Motto von Basel Tourismus: "Basel tickt anders".
Wappen
Basel Tourismus
Das Wappen der Stadt Basel sowie des Halbkantons Basel-Stadt ist ein nach links (heraldisch rechts) gerichteter schwarzer Krummstab auf weissem Feld, Baselstab genannt. Drei Querbalken unterbrechen diesen Stab, der nach unten breiter wird und in drei Zacken ausläuft. Das Sinnbild des Baselstabs ist der gekrümmte Hirtenstab der Bischöfe. Wappenschildhalter sind Löwen, wilde Männer, Engel und seit dem 15. Jahrhundert auch Basilisken - das sind Drachen mit einem Hahnenkopf und einem Schlangenschwanz.
Geographie
Lage
Die im äussersten Nordwesten gelegene und gleichzeitig drittgrösste Stadt der Schweiz liegt zu beiden Seiten des Rheins. Dieser macht zwischen den Vorhöhen des Schwarzwaldes und des Schweizer Jura eine 90°-Biegung, die man Rheinknie nennt. An dieser Stelle endet der Rheinabschnitt Hochrhein und es beginnt der Oberrhein. Am höher gelegenen südlichen Rheinufer fliesst die Birs in den Rhein und bildet die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft. Auf dem flacheren nördlichen Ufer dehnen sich grosse Industriegebiete aus. Dank dieser Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas und verfügt dennoch über 320 ha Grünfläche und 71 ha Wald.
Die Stadt Basel und die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und sind damit der flächenmässig kleinste Schweizer Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt im Kanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit 245 m, der Münsterplatz im Zentrum liegt 270 m über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen bei St. Chrischona mit 522 m. Dort befindet sich auch der Fernsehturm St. Chrischona, das höchste Gebäude der Schweiz.
Klima
Die Stadt Basel hat durch die von der Burgundischen Pforte einströmende mediterrane Luft ein äusserst mildes und sonniges Klima. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 9,4° C. Pro Jahr misst man 785 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Im Winter liegt Basel meist nur unter einen dünnen Schneedecke. Durchschnittlich liegt in Basel an 30 Tagen im Jahr Schnee. Die Winde sind relativ schwach und wehen bei gutem Wetter von Osten, bei schlechtem von Westen.
Quartiere
Die Stadt Basel kennt keine Bezirke oder Stadtteile, sondern gliedert sich nach Wohnvierteln, den sogenannten Quartieren. Es gibt insgesamt 19 dieser Quartiere, die sich links und rechts des Rheins verteilen.
- Die linksrheinischen Quartiere: Altstadt (Grossbasel), Vorstädte, Am Ring, Breite, St. Alban, Gundeldingen, Bruderholz, Bachletten, Gotthelf, Iselin, St. Johann.
- Die rechtsrheinischen Quartiere: Altstadt (Kleinbasel), Clara, Wettstein, Hirzbrunnen, Rosental, Matthäus, Klybeck und seit 1893 Kleinhüningen.
Die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen gehören nicht dem Stadtgebiet Basels an.
Bettingen
Bevölkerung
- Einwohner:
- Stadtgemeinde Basel: 166'000 Einwohner (2004)
- Trinationale Agglomeration Basel (TAB, mit Frankreich und Deutschland): rund 731'000 Einwohner (2004; Quelle: TAB)
- Kanton Basel-Stadt: 188'000 Einwohner (2004)
- Auto-Kennzeichen (Kanton Basel-Stadt): BS
Wirtschaftsleben
Trinationale Agglomeration Basel
Basel kommt aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa eine besonders wichtige und bevorzugte handelgeografische Bedeutung zu. Der Lebens- und Wirtschaftsraum am Dreiländereck umfasst über 2,3 Millionen Einwohner und über 1 Million Erwerbstätige (Stand 2001).
Basel ist Standort und teilweise Hauptsitz vieler chemischer Betriebe. Zusammen mit den Fabriken im benachbarten Schweizerhalle stellt Basel 20% des Schweizer Exports und erwirtschaftet ein Drittel des Sozialproduktes. Neben der Chemie sind ebenfalls die Industriezweige der Maschinen- und Metallproduktion, Textilien und der Nahrungs- und Genussmittel angesiedelt. Die jahrhunderte lange Tradition im Buchdruck und in der Papierherstellung hat dazu geführt, dass mehrere Verlage in Basel beheimatet sind.
Seit 1917 hat sich aus der Schweizer Mustermesse, einer nationalen Leistungsschau, ein europaweit bedeutender Messestandort entwickelt. Die Messe Basel trägt jedes Jahr zahlreiche Fachmessen und Kongresse aus, unter anderem die "Art Basel", die weltweit wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und die BASELWORLD, die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse.
Ebenfalls traditionell begründet ist die starke Bedeutung Basels als Kapital- und Bankenzentrum. Seit dem späten Mittelalter war Basel ein bedeutender Bankenplatz. Neben vielen Banken und Versicherungen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hier ihren Sitz. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in Basel eine Niederlassung.
In Basel ansässige Unternehmen
Die folgenden bedeutenden Unternehmen haben ihren Sitz in Basel:
- Novartis AG (vorm. Ciba-Geigy AG und Sandoz AG)
- Roche Holding AG (F. Hoffmann-La Roche & Co. AG)
- Die Stadt ist Hauptsitz der UBS AG, einer Schweizer Grossbank.
- Die SWISS International Air Lines AG (vorm. Crossair)
- Die mch Messe Schweiz AG, mit den weltbekannten Messen Art Basel (Kunst) und Baselworld (Uhren und Schmuck)
- Der deutsche Bayer-Konzern errichtet seine Europazentrale der rezeptfreien Medikamente nach der Übernahme der Roche-Consumer Health (RCH) ab 2005 in Basel.
Verlagswesen und Medien
Die Gründung der Universität Basel im Jahr 1460 brachte der Stadt und auch dem Druckgewerbe und Verlagswesen grossen Aufschwung. Zu den Papiermachern kamen über 50 Drucker, darunter so berühmte wie Petri, Amerbach und Froben. 1468 erschien eine lateinische Bibel, welche mit beweglichen Lettern von Bertold Ruppel gesetzt wurde. 1488 gründete Petri seinen Verlag, der heute das älteste bestehende Druck- und Verlagshaus ist (heute: Schwabe & Co.). Mit dem berühmtesten aller Basler Drucker, Johann Froben, wurde nach 1500 Basel zum führenden Verlags- und Druckort Europas. Heute zählt Basel über 15 Buchverlage, darunter beispielsweise der namhafte Birkhäuser Verlag.
Medien der Stadt Basel
Die Basler Zeitung (baz) ist die grösste Tageszeitung der Nordwestschweiz. Daneben gibt es die kleinere Basellandschaftliche Zeitung, die in Liestal erscheint.
Regionale Nachrichten erscheinen auch in den Gratiszeitungen 20 Minuten und Baslerstab.
Neben der Sendung Regionaljournal des Radiosenders DRS gibt es in der Region Basel eigene Radiosender wie Radio Basilisk, Radio Basel 1 und Radio X Basel.
Ausserdem bedienen die Fernsehsender Telebasel und NW1 die Stadt und die Nordwestschweiz mit eigenen Programmen, die aber auf zahlreiche Wiederholungen angelegt sind.
Verkehr
Rheinschifffahrt und Rheinhafen Basel
NW1
Seit dem Mittelalter ist Basel ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen dem Mittelmeer und der Nordsee. Die Fahrt auf dem Rhein zwischen Basel und Rotterdam beträgt 832 km und dauert für heutige Motorschiffe bergab zwischen 3 und 4 Tagen, bergauf etwa eine Woche. Die Fahrt zwischen Basel und Strassburg wird durch den Rheinseitenkanal erleichtert. Durch diesen Kanal umgehen die Schiffe die gefährlichen Stromschnellen von Istein.
Die Mannheimer Akte aus dem Jahr 1868 gewährleistet der Schweiz die vollen Verkehrsrechte. Der Rhein gilt bis zur Mittleren Rheinbrücke in Basel als Internationales Gewässer. Rund 15% des gesamten schweizerischen Exports werden in den Rheinhäfen umgeschlagen, das sind jährlich etwa 9 Millionen Tonnen.
Basel besitzt insgesamt vier Häfen, zwei davon liegen auf dem Stadtgebiet von Basel (Rheinhafen Kleinhünigen und St. Johann). An den vier Häfen sind beide Kantone Basel-Stadt und Basel-Land beteiligt.
#Der rechtsrheinische Rheinhafen Kleinhüningen
#Der linksrheinische Rheinhafen St. Johann ist der älteste von allen vieren.
#Der linksrheinische Hafen Birsfelden
#Der linksrheinische Auhafen Muttenz
Siehe auch: Rheinhäfen beider Basel
Eisenbahn und Luftfahrt
Auf dem Stadtgebiet befinden sich drei Fern-Bahnhöfe. Der Bahnhof Basel SBB (Centralbahnhof) mit den nationalen Linien nach Zürich, Bern/ Luzern und Delémont und den internationalen Linien (Deutschland/ Italien). Zum selben Gebäudekomplex gehört auch der Französische Bahnhof Basel SNCF (Elsässerbahnhof) mit den Linien nach Mulhouse - Paris/ Brüssel. Der Badische Bahnhof (Basel Bad Bf) befindet sich im Norden der Stadt und wird von der Deutschen Bahn betrieben. Hier halten sämtliche Züge von und nach Deutschland, hier beginnt auch die Hochrheinstrecke in Richtung Waldshut und die mittlerweile durch die Schweizerische Bundesbahnen bediente Wiesentalbahn nach Zell im Wiesental.
Daneben existieren die beiden Regionalbahnhöfe St. Johann (an der Bahnlinie Basel SNCF-St. Louis) und St. Jakob (an der Linie Basel SBB-Muttenz, wobei diese Station normalerweise nur von Extrazügen während Veranstaltungen im Stadion St. Jakob-Park bedient wird).
Der internationale Flughafen EuroAirport befindet sich nordwestlich der Stadt in Frankreich; es führt eine exterritoriale Strasse von Basel aus zum Flughafen. Es ist der weltweit einzige binationale Flughafen (betrieben von Basel und Mulhouse, mitbenutzt von Freiburg im Breisgau).
Automobil
Die Stadt Basel ist Knotenpunkt wichtiger Strassenverbindungen nach Deutschland und Frankreich. Aus Luzern bzw. Zürich verbindet die A2 bzw. die A3 die deutsche A 5 Richtung Karlsruhe und die französische A 35 Richtung Mulhouse. Fünf Strassen- und eine Eisenbahnbrücke verbinden die beiden Teile Basels über den Rhein. In Flussrichtung sind das die Schwarzwaldbrücke (Autobahn- und Eisenbahnbrücke), die Wettsteinbrücke, die Mittlere Rheinbrücke, die Johanniterbrücke sowie die doppelstöckige Dreirosenbrücke.
Siehe auch: Basler Brücken
Insbesondere in Grossbasel durchziehen drei Strassenzüge in konzentrischer Ringform das Stadtgebiet. Viele Strassen in den Quartieren sind im rechtwinkligen Karomuster angeordnet. Der Stadtkern ist weitestgehend als Fussgängerzone vom Autoverkehr befreit.
Nahverkehr - Tram/Bus
Basel ist im Tarifverbund Nordwestschweiz und wird im Nahverkehr durch die Basler Verkehrsbetriebe und den Baselland Transport erschlossen. Eingesetzt werden Trams und Busse.
Zur Zeit findet eine Kontroverse über die Abschaffung der Trolleybusse statt; die BVB plant, diese abzuschaffen und sie durch Erdgasbusse zu ersetzen. Eine Volksinitiative wurde eingereicht, sodass in nächster Zeit das Stimmvolk darüber befinden kann.
Das Nahverkehrssystem im Baseler Stadtgebiet ist gut konzipiert, die Tramlinien verkehren im Fünf- bis Zehnminutentakt.
Bildung
Basel ist eine humanistisch geprägte Universitätsstadt. Bedeutende Angebote für die höhere Ausbildung:
- Die Universität Basel mit 8720 Studierenden und Doktorierenden (WS 03/04) in verschiedenen Fakultäten (Rechtswissenschaften, Medizin, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Psychologie). Weitherum bekannt ist unter anderem das Biozentrum der Universität Basel.
- Die Fachhochschule beider Basel mit etwa 2500 Studierenden (Departemente: Industrie, Bau, Wirtschaft, Gestaltung und Kunst)
- Die Hochschule für Pädagogik und Soziale Arbeit beider Basel (HPSA-BB)
- Die Musik-Akademie mit etwa 10'000 Unterrichteten, davon über 400 in der Musikhochschule (2000/2001)
- Die Volkshochschule (Erwachsenenbildung)
Kunst und Kultur
Basel geniesst den Ruf, eine Stadt der Musik und der Museen zu sein. Paul Sacher gründete bereits in den 1930er Jahren die Schola Cantorum Basiliensis, was zum Zentrum der Erforschung und Pflege alter Musik wurde. Das Angebot an Konzerten ist überaus reichhaltig und hochstehend. Die Knabenkantorei Basel (KKB) gilt als bester Knabenchor der Schweiz. Das Musical Theater Basel an der Messe bietet regelmässig Vorführungen an und gilt als eine der modernsten Bühnen Europas.
Basel hat viele kleinere und grössere Kinos im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die grösste Ansammlung an Kinos findet sich entlang der Steinenvorstadt an der Heuwaage. Viele der Filme werden im Originalton mit Untertitel gezeigt.
Über 30 Museen prägen das Kulturleben in Basel.
In Basel findet jährlich eine der weltweit bedeutendsten Kunstmessen, die Art Basel, statt.
Archäologie
Die [http://www.archaeobasel.ch/index.php Archäologische Bodenforschung] ist eine kantonale Fachstelle, die sich um das archäologische Erbe des Kantons bemüht.
Lebensumstände und Stadtentwicklung
Architektur
Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Basel vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 1996 den Wakkerpreis.
Auf dem Münsterberg erhebt sich das 1019 von den Stiftern Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde geweihte Basler Münster als Denkmal romanischer und gotischer Baukunst in rotem Sandstein.
Basel beherbergt viele interessante architektonische Preziosen. Nebst Zeugnissen der frühen Moderne mit Bauten von Karl Moser (Betonkirche St. Antonius 1925-27), Hans Bernoulli, Hannes Meyer oder Hans Schmid, sind in den 80er und 90er Jahren Bauten der Basler Büros Herzog & de Meuron, Diener und Diener oder Morger und Degelo dazugekommen. Auch international bekannte Architekten wie Renzo Piano oder Donald Judd haben in Basel gebaut.
Der 105 Meter hohe Messeturm mit 31 Etagen ist das höchste Nutzgebäude der Schweiz. Er wurde von der Architektengemeinschaft Morger & Degelo konzipiert und zwischen Juli 2001 und Oktober 2003 erbaut. Die Grundstückfläche beträgt rund 1230 Quadratmeter Das Gesamtgewicht beträgt circa 50'000 Tonnen. Das höchste Gebäude der Schweiz ist der 250 Meter hohe Fernsehturm auf St. Chrischona bei Basel.
Museen
Basel gilt als eine der europaweit bedeutendsten Museumsstädte. Das Kunstmuseum Basel ragt dabei als die älteste städtische Kunstsammlung der Welt überhaupt heraus. Schwerpunkte des Museums liegen bei Künstlern der Renaissance sowie des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke ab etwa 1960 werden im Museum für Gegenwartskunst ausgestellt. Weitere bedeutende Kunstsammlungen sind unter anderem das Tinguely-Museum Basel und die private Fondation Beyeler, die in einem von Renzo Piano entworfenen Haus Bilder und Plastiken vor allem der klassischen Moderne zeigt. Das Schaulager wurde 2003 eröffnet und ist vom Konzept her eine Mischung zwischen öffentlichem Museum, Konservatorium und Kunstforschungsinstitut.
Sehenswert sind auch die anderen Museen, wie etwa das Antikenmuseum, das Architekturmuseum, das Naturhistorische Museum und das Museum für Völkerkunde. Daneben gibt es eine Vielzahl kleinerer Sammlungen und Museen, wie beispielsweise die Anatomische Sammlung der Universität, die im Anatomischen Museum zu sehen ist, das Pharmaziehistorische Museum, das Jüdische Museum (Kornhausgasse) oder das Spielzeugmuseum sowie das Puppenmuseum am Barfüsserplatz. Auf deutscher Seite in Weil am Rhein unweit der Grenze befindet sich ausserdem das von Frank O. Gehry entworfene Vitra Design Museum. Tipp für alle Baselbesucher: Städtische Museen gewähren am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt.
Siehe auch: Die Liste der Basler Museen
Theater und Musik
Basel hat eine Fülle musikalischer Angebote wie kaum eine andere Stadt in der Schweiz. Das Sinfonieorchester Basel gehört zu den renommierteren Orchestern Europas. Daneben haben sich in jüngster Zeit einige spezialisierte Orchester einen Namen gemacht wie Capricio, und das Ensemble Phoenix oder das Kammerorchester Basel[http://www.kammerorchesterbasel.com/], das mit Christopher Hogwood einen reputierten ersten Gastdirigenten hat. Auch die vielen Chöre stehen für eine herausragende Chorkultur in Basel. Bekannt sind vor allem der Basler Gesangsverein und die Knabenkantorei Basel (KKB). Alle drei Jahre findet das Europäischen Jugendchorfestival (EJCF) statt. Als gösstes Mehrspartentheater der deutschsprachigen Theaterlandschaft tat sich das Theater Basel mit vielbeachteten modernen Schauspiel-Inszenierungen, mit Tanztheater, Opernaufführungen und -uraufführungen hervor (Macbeth, Zauberflöte, La Traviata). Basel verfügt über eine Musikakademie mit weltbekannten Unterabteilungen wie Schola Cantorum Basiliensis und Musikhochschule. Auch die Paul-Sacher-Stiftung hat ihren Sitz in Basel.
Die Basler Musikszene bringt immer wieder national und international bekannte Bands hervor, z. B. Lovebugs, Cloudride, oder The Glue. Seit 2001 ist das jährliche Festival Imagine fester Bestandteil der regionalen Musikszene, wie auch im Sommer das Stimmenfestival.
Basler Fasnacht
Stimmenfestival
Siehe Hauptartikel: Basler Fasnacht
Basel ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für seine Fasnacht. Beginn und zugleich Höhepunkt der Basler Fasnacht ist der Morgestraich, der in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Aschermittwoch um vier Uhr beginnt. Aktive beim Morgestraich sind ausschliesslich Trommler, Pfeifer (Piccoloflötenspieler), sowie Vorträbler. Ganz wichtig sind die hell erleuchteten Laternen, die die aktiven Fasnächtler auf ihrem Kopf tragen. Jede Clique (Fasnachtsgesellschaft) hat zudem eine grosse Laterne mit dabei, auf der das Sujet (das Thema), das während der Fasnacht ausgespielt wird, auf künstlerische Art und Weise abgehandelt wird. Die Laternen erzeugen eine ganz spezielle Atmosphäre, da in der Innenstadt während dieser Zeit kein anderes Licht brennt. Blitzfotografie ist ebenfalls unerwünscht. Zur Fasnacht gehören auch die kabarettistischen Schnitzelbänke in Baseldeutscher Sprache. Traditionelle Speise zur Fasnacht ist die Mehlsuppe und die Zwiebelwähe. Nach 72 Stunden endet die Basler Fasnacht am Donnerstag Morgen um vier Uhr.
Gastgewerbe
Basel hat eine Vielzahl geschichtsträchtiger Gastbetriebe und Hotels.
Das Hotel Drei Könige, im Grossbasel neben der Mittleren Brücke, ist eines der ältesten verbrieften Hotels Europas, in dem schon zahlreiche Persönlichkeiten der Geschichte abgestiegen sind.
Weitere bekannte Lokale sind das Restaurant Atlantis am Klosterberg, die Hasenburg und das Gifthüttli in der Grossbasler Altstadt.
Sport
- Basel war einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954.
- Hier fand die 5. Gymnaestrada 1969 statt.
- Die St. Jakobshalle war 1986 einer der Austragungsorte der Handball-Weltmeisterschaft und ist 2006 einer von fünf Austragungsorten der Handball-Europameisterschaft.
- Das Stadion St. Jakob Park ist einer von acht Austragungsorten der Fussball-Europameisterschaft 2008.
- Basel ist Schauplatz der Swiss Indoors (Tennis).
- Der Ski-Club Basel ist der älteste Skiclub der Schweiz.
- In Basel wurde die UEFA gegründet.
- Basel ist Sitz der International Handball Federation.
- FC Basel: 11x Schweizer Meister im Fussball.
- Herausragende Sportler aus Basel sind oder waren:
- Murat und Hakan Yakin, Fussballer
- Marco Streller, Fussballer
- Alexander Frei, Fussballer
- Karl Odermatt, ehem. Fussballer
- Gottfried Dienst, ehem. Fussballschiedsrichter
- Emil Handschin, ehem. Eishockeyspieler
- Roger Federer, Tennisspieler
- Patty Schnyder, Tennisspielerin
- Gianna Hablützel, Fechterin
Geschichte
Gianna Hablützel]
Gianna Hablützel
- ab 500 v. Chr. - Die Kelten lassen sich am Rheinknie nieder
- 44 v. Chr. - Gründung von Augusta Raurica (Kaiseraugst) rund 10 Kilometer rheinaufwärts durch die Römer. Bau eines Kastells auf dem Münsterhügel
- 374 - Der Ortsname Basilia wird erstmals urkundlich erwähnt
- um 450 - Zusammenbruch des Römischen Reiches, die Alemannen siedeln sich in Basel an
- Ende des 5. Jahrhunderts - Basel fällt an die Franken
- 740 - Basel wird Bischofsstadt
- 912 - Basel gehört zu Burgund
- 917 - Zerstörung der Stadt durch die Ungarn
- 1000 - Basel ist freie Reichsstadt
- 1019 - Beginn des Münsterbaus durch Kaiser Heinrich II.
- 1032 - Basel gehört zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation
- 1080 - Bau der ersten Stadtmauer (weitere folgen ca. 1230 und im 14. Jh.
- 1225-1226 - Bau der ersten Basler Rheinbrücke durch den Bischof Heinrich von Thun und Gründung der Stadt Kleinbasel zur Brückensicherung
- 1291 - Gründung der Eidgenossenschaft
- 1348 - die Hälfte der Bevölkerung stirbt während einer Pestepidemie
- 1356 - Basler Erdbeben, das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas
- 1392 - Die Bürgerschaft von Grossbasel erwirbt von Bischof Friedrich von Blankenheim die Stadt Kleinbasel für 29.800 Gulden
- 1397 - Juden werden aus der Stadt verbannt
- 14. Jahrhundert - die Stadt befreit sich von der bischöflichen Herrschaft, behält aber den Bischofsstab als Baselstab im Wappen
- 1431-1449 - Konzil von Basel (1439 Wahl von Gegenpapst Felix V.)
- um 1433 Beginn der Papierfabrikation in Basel
- 1440 - Der Basilisk wird zum Wappenhalter des Basler Stadtwappens
- 1444 - Schlacht bei St. Jakob - die Eidgenossen unterliegen dem französisch-österreichischen Heer
- 1460 - Stiftung der Universität durch Papst Pius II., Basel hat damit die älteste Universität der Schweiz; Einführung des Buchdrucks; Neben dem Humanisten Erasmus von Rotterdam weilen auch Paracelsus und Hans Holbein der Jüngere in Basel
- 1471 - Kaiser Friedrich III. verleiht der Stadt das Messeprivileg
- 1499 - Schwaben- bzw. Schweizerkrieg; Basel löst sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und wendet sich der Eidgenossenschaft zu
- 1500 - der Bau des Münsters ist vollendet
- 1501 - 13. Juli Basel tritt als 11. Ort der Eidgenossenschaft bei; Bau des Rathauses
- 1529 - Übertritt Basels zur Reformation nach einem Zunftaufstand
- 1543 - in Basel erscheint das erste komplette Lehrbuch der menschlichen Anatomie De Humanis Corporis Fabrica (Über den Bau des menschlichen Körpers) von Andreas Vesalius (1514 - 1564)
- 1563-1564 - Pest, "Grosser Sterbendt" (ca. 4'000 Tote auf 12'000 Einwohner)
- 1576-1578 - Pest, (ca. 800 Tote)
- 1582-1583 - Pest, (ca. 1'200 Tote)
- 1589 - Gründung des Gymnasiums oder der lateinischen Stadtschule (heute: Gymnasium am Münsterplatz
- 1593-1594 - Pest, (ca. 900 Tote)
- 1609-1611 - grosse Pestepidemie, (ca. 3'600 Tote)
- 1662 - Ankauf der Amerbachschen Kunstkabinetts, Grundstock des heutigen Kunstmuseums
- 1758 - Gründung des Handelshauses Johann Rudolf Geigy
- 1795 - der Frieden von Basel beendet den Krieg zwischen Frankreich, Spanien und Preussen
- 1815 - der Wiener Kongress anerkennt die ewige bewaffnete Neutralität der Schweiz; der Jura wechselt vom Basler Bischof zum Kanton Bern
- 1833 - Landgemeinden wehren sich gegen die Dominanz der Stadt und konstituieren sich als eigener Halbkanton Baselland
- 1844 - Erster Bahnverkehr in der Schweiz in Basel
- 1849 - Bau der Museen an der Augustinergasse
- 1860 - die Stadtmauern werden geschleift; nur einige der grösseren Tore wie das Spalentor bleiben erhalten
- 1897 - 26. - 29. August Theodor Herzl organisiert den 1. Zionistischen Weltkongress in Basel. Auf dem Kongress wurde die "Schaffung einer öffentlich und gesetzlich gesicherten Heimat für das jüdische Volk in Palästina" beschlossen. Zu diesem Zweck wurde ein Fonds und eine jüdische Bank gegründet. (siehe auch: [http://www.lgd.de/projekt/judentum/herzl.htm])
- 1901 - Renovation und Neuanbau des Rathauses
- 1953 - Einweihung des ersten binationalen Flughafens der Welt: Basel-Mülhausen
- 1960 - Basel feiert seine zweitausendjährige Stadtgeschichte
- 1963 - Gründung der Regio Basiliensis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
- 1966 - Frauen erhalten das kantonale Stimmrecht
- 1969 - die Wiedervereinigung von Basel-Stadt und Baselland scheitert am Nein der Stimmberechtigten in Baselland
- 1986 - Chemieunglück am 1. November bei Schweizerhalle
- 1989 - Das Basler Übereinkommen zur Kontrolle der grenzüberschreitenden Abfallwirtschaft wird in Basel zur Unterschriftreife gebracht.
- 1993 - der Flughafen Basel-Mulhouse wird zum trinationalen Flughafen Basel Mulhouse Freiburg
- 1990er - Fusion von Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis, sowie des Schweizerischen Bankvereins (SBV) und der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS; die Biotechnologie hält Einzug
- 2001 - Basel-Stadt und Baselland feiern 500 Jahre Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft
- 2004 - Basel wird rotgrün. Erstmals seit 1950 gibt es wieder eine linke Regierungsmehrheit.
Persönlichkeiten
- Lucius Munatius Plancus (87 v. Chr.-15 v. Chr.), legendärer Stadtgründer
- Burkhard von Fenis (um 1040-1107), Bischof von Basel
- Konrad von Würzburg (zwischen 1220 und 30-1287), einer der zwölf Meister des Meistersanges
- Johann Froben (um 1460-1527), Buchdrucker und Verleger
- Hans Holbein der Ältere (1465-1524), Maler
- Erasmus von Rotterdam (1469-1536), Humanist
- Pamphilus Gengenbach, (um 1480-1524/25), Buchdrucker und Schriftsteller
- Johannes Oekolampad (1482-1531), Reformator von Basel
- Paracelsus (1493-1541), Naturforscher und Philosoph, 1527-1528 Stadtarzt in Basel
- Hans Holbein der Jüngere (1497-1543), Maler
- Theodor Zwinger (1533-1588), Gelehrter, Kritiker von Paracelsus, in Basel geboren und Mitglied der medizinischen Fakultät in Basel
- Caspar Bauhin (1560-1624), Botaniker und Universitätsprofessor, siehe auch die Familie Bauhin.
- Felix Platter (1536-1617), Arzt und Schriftsteller
- Thomas Platter (1574-1628), Arzt und Schriftsteller
- Johann Rudolf Wettstein (1594-1666), Basler Bürgermeister, verhandelte 1648 beim Westfälischen Frieden für die Eidgenossenschaft
- Johann Bernoulli (1667-1748), Mathematiker (Bruder von Jakob Bernoulli und Vater von Daniel Bernoulli)
- Jakob Bernoulli (1654-1705), Mathematiker und Physiker
- Daniel Bernoulli (1700-1782), Mathematiker, lehrte an der Universität Basel
- Leonhard Euler (1707-1783), Mathematiker
- Jacob Burckhardt, Philosoph, Mathematiker und Historiker, lehrte an der Universität Basel
- Peter Ochs, arbeitete 1798 an der helvetischen Verfassung mit
- Christoph Merian, Grossgrundbesitzer und Initiant der Christoph Merian Stiftung
- Arnold Böcklin (1827-1901), Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer, geboren in Basel
- Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, lehrte von 1869 bis 1879 an der Universität Basel
- Heinrich Altherr (1878-1947), Maler
- Karl Barth (1886-1968), Theologe
- Paul Sacher (1906-1999), Dirigent und Kulturmäzen
- Alfred Rasser (1907-1977), Kabarettist und Schauspieler
- Max Kämpf, (1912-1982), Künstler, Maler und Zeichner
- Arthur Cohn ( - 1927), Filmproduzent und Gewinner von 6 Oscars
- Hans Rémond ( - 1932), Künstler
- Urs Widmer ( - 1938), Schriftsteller
- Beat Raaflaub ( - 1946), Dirigent
- -minu ( - 1947), Kolumnist
- Michael Koch ( - 1982), Schauspieler
Siehe auch: Basler Persönlichkeiten, | | |